Unmoralische Konzerne – was tun?

Ich habe hier jetzt seit gut 2 Jahren nichts mehr geschrieben, irgendwie hat sich das einfach im Sand verlaufen. Die Landtagswahlen in NRW von gestern und darauf folgende Diskussionen haben mich dazu verleitet, hier endlich mal wieder meinen Gedanken niederzuschreiben.

Konzerngebäude
Große böse Konzerne bedrohen uns alle!

Wenn Leute von unmoralischen Konzernen (Microsoft, Monsanto, etc.) reden, darf natürlich nie der Zusatz „…aber so ist das halt in der freien Marktwirtschaft.“ fehlen. Das macht mich wirklich fertig.

Ich meine, ich gehe jetzt je auch nicht daher und sage jedes Mal, wenn jemand ermordet wurde: „…aber so ist das halt in einem freiheitlichen Staat ohne totale Überwachung.“

Ja, es gibt Konzerne, die unmoralisch handeln. Und ja, das ist natürlich Mist. Aber ist das ein Zeichen für die Untauglichkeit der Marktwirtschaft? Nein! Ganz im Gegenteil sogar., man sollte das als Aufforderung sehen, die Macht zu nutzen, die der freie Markt den Verbrauchern (also uns allen) gibt. Freiheit, auch wirtschaftliche, verlangt ihren Nutznießern immer auch Eigenverantwortung ab – das mag ja lästig sein, aber es ist etwas wirklich wunderbares.

Nehmen wir einfach mal Microsoft als Beispiel. Das Motto hier lautet: „Stell Dir vor, es ist Windows 10 und keiner geht hin.“ Es gibt Alternativen (Zum Beispiel Linux. Linux rettet!) und das tolle ist nun, dass jeder diese Alternativen nutzen darf und kann. Wenn genug Leute von diesem Recht Gebrauch machen, dann wird so auch Microsofts Marktmacht eingeschränkt und damit deren Möglichkeiten, unmoralisch zu handeln.

Man mag jetzt fragen, was ist denn, wenn die Leute nicht umsteigen? Muss man dann nicht was tun, wenn man „Linux rettet“ für eine gute Sache hält? Ja, natürlich sollte man dann was tun und versuchen, seine Mitmenschen zu überzeugen. Wohlgemerkt: Überzeugen. Nicht zwingen. Wer Windows nutzen will, darf das auch.

Und das ist die Essenz des freien Marktes: Jeder Mensch darf frei entscheiden, welche Firmen und Produkte er wählt. Der Markt passt sich der Nachfrage an, mehrere Angebote können in Konkurrenz zueinander stehen. Keine höhere Instanz muss entscheiden, welches Angebot das richtige ist, jeder kann es für sich selbst entscheiden. Unethisch handlende Unternehmen aufzuhalten liegt an uns.

Das bringt natürlich „Verpflichtungen“ für uns alle mit sich – man muss sich Gedanken machen, welche Angebote man wählt und auch den Mut haben, ein Unternehmen zu boykottieren, wenn es unethisch handelt. Nach einem Gesetz zu rufen, das die ethischen Probleme einfach wegverbietet, das Problem von anderen klären lassen, ist da natürlich einfacher.

Dieser Weg ist aber falsch, weil er andere, die die ethischen Probleme vielleicht gar nicht so problematisch finden, in ihrer Freiheit einschränkt. Und auf Dauer, wenn die Menschen beginnen, nach der Devise „Papa Staat macht des ja scho“ zu denken, ist es auch ein sehr schädlicher Weg.

Daher mein Aufruf: Um gegen unmoralische Konzerne vorzugehen, wettert nicht gegen die freie Marktwirtschaft, sondern nutzt die Macht, die sie uns gibt, um diese Konzerne dazu zu verleiten, ethisch zu handeln!

 

Quelle des Artikelbildes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.