Alternativen zu Google

Um den Internetriesen Google kommt man heute kaum noch herum. Was es nicht alles gibt von Google – YouTube, Maps, Translator, Android, zahlreiche APIs und kostenlose Hilfen für Webentwickler (z.B. Google Fonts), Drive, Docs und natürlich die Google-Suche. Vielen, einschließlich mir, ist es unangenehm, dass Google soviel aus allen möglichen Bereichen unserer Leben über uns weiß. Aber gerade zur Suche gibt es gute Alternativen.

Einmal sind das natürlich die anderen „Riesen“ wie Yahoo oder Bing – jedoch sind beide datenschutztechnisch nicht wirklich besser als Google. Also warum umsteigen?

Stattdessen möchte ich hier zwei ernstzunehmende Alternativen vorstellen, die auch wirkliche Vorteile gegenüber Google bringen: Startpage und DuckDuckGo. Die Wahl ist Geschmackssache, beide haben den Schutz der Privatsphäre zum Ziel.

DuckDuckGo wurde 2008 begründet und ist jetzt seit gut einem Jahr die Suchmaschine meiner Wahl. Sie ist zwar nicht komplett Open Source, aber zu großen Teilen. So arbeitet die Community ständig an verschiedenen Features, um die Suche zu verbessern.

Solche handgearbeiteten Funktionen sind z.B. Instant Answers, die ähnlich wie bei Google funktionieren. Sucht man etwa „what is 5 plus 59“, taucht sofort die Antwort auf. Leider funktionieren die meisten dieser Instant Answers bisher nur auf Englisch, aber mit Hilfe der Community wird sich das hoffentlich bald ändern.

Eine weitere Funktion sind die sogenannten Bangs. Ungewöhnlicher Name, geniales Feature: Ein Bang ist schlicht und einfach ein Wort oder eine Buchstabenfolge mit einem Ausrufezeichen davor. Gebe ich z.B. „Ente !w“ oder auch „!w Ente“ein, werde ich automatisch auf die Wikipedia-Seite über Enten weitergeleitet. Mit „!a“ wird automatisch auf Amazon gesucht und mit „!yt“ auf YouTube. Es gibt Hunderte von diesen Codes. Besonders in Kombination mit dem Browser-Add-On, das DuckDuckGo in die Adress- oder Suchleiste integriert ist das unheimlich praktisch und zeitsparend – ich brauche nur noch eine Suchmaschine einzustellen, für alles. Sogar wenn ich mal etwas mit dem guten, alten Google suchen wollte, müsste ich nur „!g“ eingeben.

Wenn man mit Google sucht, sind die Ergebnisse immer angepasst, entsprechend der Daten, die Google bereits über den Nutzer hat. Das führt zu einem Phänomen, das man als Filterblase bezeichnet. DuckDuckGo hat so etwas nicht – gleiche Suchen mit gleichen Einstellungen ergeben gleiche Ergebnisse, und das ist wichtig, wenn man sich seine Meinung frei bilden will.

Die Filterblase ist ein interessantes Phänomen – ich empfehle wirklich, den Wikipedia-Artikel dazu zu lesen. Bringt einen zum Nachdenken – vielleicht widme ich dem Thema irgendwann einmal einen eigenen Artikel.

Außerdem – und mit diesem Aspekt habe ich den Artikel ja begonnen – verspricht DuckDuckGo Privatsphäre, indem keine Daten über die Benutzer gespeichert und keine Cookies angelegt werden (außer wenn zum Speichern von Einstellungen ausdrücklich gewünscht). Damit muss man allerdings immer vorsichtig sein, denn egal wie ernst die Betreiber das meinen – die Firma hat ihren Sitz in den USA und unterliegt somit z.B. dem PATRIOT Act, der Unternehmen gesetzlich zur Datenweitergabe verpflichtet (#TheLandOfTheFree). Außerdem läuft die Suchmaschine auf Amazon-Servern. Also muss man auch noch Amazon vertrauen, und das fällt mir persönlich etwas schwer. Aber besser als Google ist das Ganze auf jeden Fall.

Alles in allem bietet DuckDuckGo meiner Ansicht nach das beste Gesamtpaket: gute Suchergebnisse, ansehnliches und anpassbares Design, innovative Funktionen, Befreiung aus der Filterblase und vernünftige Privatsphäre. Meine persönliche Empfehlung!

Startpage ist eine Art Nebenprojekt von ixquick. Ixquick ist eine selbständige Suchmaschine, ähnlich wie DuckDuckGo es ist, in meinen Augen aber eine schlechtere (einen Versuch ist es aber sicherlich wert).

Zurück zu Startpage selber. Das Konzept ist sehr einfach: Eine Suche gibt die Google-Ergebnisse aus – nur einfach mit einer Privatsphäre-Schicht dazwischen. Google kann so den einzelnen Benutzer nicht erkennen und deswegen weder Daten sammeln, noch ihn in eine Filterblase stecken.

Mit dieser Suchmaschine habe ich den Google-Ausstieg gewagt, bevor ich dann auf DuckDuckGo umgestiegen bin. Ich empfehle Startpage denjenigen, denen Google eigentlich am liebsten ist, die aber trotzdem Wert auf Datenschutz legen. Alte Suchresultate – neue Freiheit.

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