Wenn ich es nicht mag, darf es auch kein anderer mögen!

Die beachtlichen Wahlerfolge der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen haben meine Aufmerksamkeit auf dieses Problem gelenkt.

Der Titel bezieht sich auf die Forderung der AfD, mehr deutschsprachige Musik im Radio zu spielen. Diese Forderung ist, ebenso wie z.B. die Diskriminierung homosexueller Partnerschaften, Symptom des im gesamten politischen Spektrum auftretenden Bedürfnisses, sich in die privaten Angelegenheiten anderer Leute einzumischen. Die Sender spielen das, was das Durchschnittspublikum gerne hört – und wenn mir das nicht gefällt, dann suche ich mir entweder einen anderen Sender oder gebe mich damit zufrieden. Aber ich gehe dann doch nicht daher und fordere für ein Land mit 80 Millionen Menschen (wenn wir mal davon ausgehen, dass die AfD diese Regelung nicht nur für Sachsen will) eine Regelung, das die Musik gespielt wird, die ich will! Das ist egozentrisch und bevormundend, frei nach dem Motto „Diese heutige Jugend hört nur noch dieses moderne Zeug! Als ich noch jung war…“ et cetera, et cetera.

Mit den gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ist es ähnlich. Dazu möchte ich das Programm der AfD Sachsen zitieren: „Eine weitergehende Gleichstellung der sog. „Homoehe“ sowie die Adoption von Kindern durch Homosexuelle befürworten wir nicht.“ Stellen wir die Adoptionsfrage mal zur Seite, aber hier wird die Ungleichstellung der homosexuellen Partnerschaft festgestellt und für gut empfunden.
Es ist vollkommen gleichgültig, was ich denn nun von Homosexualität halte, aber die Gleichberechtigung vor dem Gesetz sollte selbstverständlich sein. Es ist ganz einfach: Wenn zwei Menschen freiwillig eine Beziehung eingehen, schadet das niemandem. Eine Benachteiligung gegenüber einer heterosexuellen Beziehung ist somit nicht zu rechtfertigen. Da kann man noch solange von moralischen oder ethischen Problemen reden (deren Existenz ich im Übrigen bezweifle), denn es geht hier um eine Frage der Freiheit und Gleichheit, nicht der Moral oder Ethik. Diese beiden haben in der Politik sowieso ziemlich selten etwas zu suchen.

Ich möchte hier meine Enttäuschung darüber ausdrücken, dass die FDP so viele ihrer Wähler an die AfD verloren gehen ließ, und das hauptsächlich wegen der Unfähigkeit mancher Verantwortungsträger auf Bundesebene, die eben auch die Landesverbände mit runtergezogen hat, und der ganzen Euro-Geschichte.
Die AfD ist politisch nämlich so vollkommen gegensätzlich zur FDP, dass es schon ein Armutszeugnis für eine liberale Partei ist, wenn ihre Wähler sogar schon dorthin abwandern.

Die Politik sollte sich lieber um die echten Probleme kümmern anstatt den Menschen vorzuschreiben, was sie hören oder wen sie lieben sollen.

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